Dokumentation über das NPD Zentrum in Bad Langensalza:

Das kleine Kurstädtchen Bad Langensalza liegt im Unstrut-Hainich-Kreis, welcher zumindest formell einen eigenen NPD-Kreisverband vorweisen kann. Doch der Verband unter der Leitung von Sebastian Böde versinkt seit Jahren in der Bedeutungslosigkeit. Als 2007 die NPD-Mitgliederkampagne durch Thüringen rollte und in deren Nachgang aus den sogenannten  „Großverbänden“ eigenständige Kreisverbände hervorgingen, spalteten sich ebenso die NPD-Kreisverbände Eichsfeld und Unstrut-Hainich auf. Der damalige Vorsitzende Ronny Motz war in keinster Weise in der Lage einen eigenen Kreisverband zu leiten. So fuhren die wenigen Mitglieder immer noch nach Fretterode, um an den Kameradschaftsabenden von Thorsten Heise teilzunehmen.

[Geschichtlicher Abriss]
Erstmals kam 2008 das Gerücht auf das die NPD eine Immobilie in Bad Langensalza kaufen möchte. Am 27. Januar 2008 bestätigte sich das Gerücht als Elfriede und Ernst Werner aus Waldbüttel bei Würzburg eigenen Angaben zufolge den Bürgermeister Bernhard Schönau informierten, das „Bürohaus Europa“ an die NPD verkaufen zu wollen.
In einem Schreiben, räumten sie der Stadt Bad Langensalza das Vorkaufsrecht für das Gebäude ein. Bürgermeister Bernhard Schönau erklärte, die Stadt könne nicht eingreifen, weil sie kein Vorkaufsrecht bei dem Gebäude besitze und bewies somit sein mangelndes Intresse an der Stadt. Beweis dafür ist ein Schreiben von Elfriede Werner indem Sie auf die Situation aufmerksam machte. In diesem räumte sie der Stadt Bad Langensalza das Vorkaufsrecht für das Gebäude ein. Seitdem kehrte wieder Ruhe ein und Mensch dachte das Thema sei aus der Welt.

[Der braune Mob nistet sich ein]
Anfang August 2010 machte das Gerücht die Runde das die NPD ihren Plan fortsetzen will und das Bürohaus Europa kaufen möchte. Seit dem 20. August 2010 ist es offiziell, das Bürohaus Europa in Bad Langensalza wird von faschistischen Organisationen genutzt. Am selben Tag veranstaltete der NPD-Landesverband Thüringen eine Pressekonferenz im  Bürohaus Europa, um dort den Investor und das Nutzungskonzept vorzustellen und um anschließend die Räumlichkeiten zu betrachten. Die Pläne der Nazis wie das Haus genutzt wird sind nun klar:

– Der Landesverband der NPD-Thüringen wird dort seine Büroräume einrichten Patrick Weber (Beisitzer im NPD-Thüringen-Landesverstand, Vorsitzender des

– NPD-Kreisverband im Kyffhäuserkreis, Betreiber des Germania-Versand) wird sich mit seinem Versand niederlassen die Zeitungsprojekte der Thüringer NPD werden von hier eine zentrale Redaktions- und Vertriebsstelle haben

– der Materialdienst der Bundes-NPD zieht von Berlin hierher.

[Was bisher geschah]
– Am 28.08.2010  wurde bei der zuständigen PI (PolizeiInspektion) eine Geburtstagsfeier mit musikalischer Begleitung angemeldet. War am Freitag noch die Rede von 3 Bands (12 golden Years, Last Man Standing und White Voice) können wir jetzt von insgesamt 5 Bands (Stray Bullet, Devils Projekt, Last Man Standing, 12 Golden Years und Null Toleranz) berichten, wovon 4 gespielt haben. Null Toleranz konnten nicht mehr spielen, da der Tontechniker einpackte und nach Hause fuhr. Er hatte einen Vertrag bis 1Uhr, was der Veranstalter zwischendurch vergessen hatte. Es wurden  ca. 100  Neo -Nazis gezählt. Egal scheint den Ordnungsbehörden die Tatsache zu sein, das trotz einer angemeldeten Geburtstagsfeier Eintritt genommen wurde. Obwohl scheinbar PolizistInnen in Zivil unter den Rechten waren. Denn, während des Konzertes konnten mehrere Verstöße gegen §86a, (das Zeigen und Verwenden Verfassungswidriger Organisationen, und der Hitlergruß) beobachtet werden. Zu erwähnen bleibt noch: Patrick Weber bot mit seinen Verkaufsständen die üblichen RechtsRock-CDs, Klamotten und Nazi-Utensilien an.

– Am 13.11.2010 fand ein Konzert mit dem nationalen Liedermacher Frank Rennicke statt, an dem auch der Parteivorsitzende der NPD, Udo Voigt eine Rede an seine trostlosen KameradInnen hielt. Etwa 130 Nazis besuchten die Veranstaltung. Die Veranstaltung wurde von dem Fraktionsvorsitzenden der NPD im Eisenacher Stadtrat, Patrick Wieschke, eröffnet. Nachdem Udo Voigt mit seiner Geschichte vom Vaterland fertig war, begann Frank Rennicke, sein als Musik getarntes Geschmacksverbrechen für die ca. 130 Nazis zu spielen. Etwa 2 Stunden vor Beginn der Veranstaltung formierte sich auf dem Platz vor der Marktkirche eine angemeldete Gegenkundgebung an der ca. 50 Menschen teilnahmen. Zeitgleich zum Beginn der NPD Veranstaltung gab es mehrere Störversuche von Autonomen Gruppen in Nähe des Bürohaus Europa.

– Am 12.09.2010 fand im Bürohaus Europa in Bad Langensalza die NPD-Landesvorstandssitzung statt.

[Aktuelles]
Es scheint als wäre es ruhig um den Widerstand gegen das Bürohaus Europa geworden. Die Nazis scheinen sich ganz gut eingelebt zu haben was sie auch ihre politischen Gegner spühren lassen. So wurden das AJUH (alternative Jugend Unstrut-Hainich Jugendzentrum) und das Die Linke Büro angegriffen und dabei entglast. Am 22.01.2011 wurde die Eingangstür des AJUH mit einem Brandsatz beschädigt. Die Wahl der beiden Angriffspunkte schien den Faschisten nicht schwer zu fallen, da AJUH und Die Linke an den Protesten gegen das NPD Zentrum beteiligt waren und sind.
Der Schein trügt, denn ruhig geworden ist es ganz und garnicht. So wurden mitlerweile die meisten Scheiben des NPD Zentrums zerschossen und das Haus mit Farbbeuteln beworfen. Auch Veranstaltungen wie die Zeitzeugen und Dokumentarfilmveranstaltung über die Befreiung Bad Langensalzas vom Naziregime am 22.01.2011 und Flyeraktionen in der Innenstadt zeigen das Widerstand da und aktiv ist. Wenn Mensch aufmerksam durch die Stadt läuft wird Er/Sie feststellen das viele Wände mit Anti-Nazi-Parolen besprüht und Transparente aufgehangen sind.

[Was nun? Was tun?]
Eine Grundlage unserer Politik ist es, den Neonazismus direkt zu bekämpfen, also nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln. Wir lehnen es ab, die Verantwortung in der Praxis an den Staat Justiz und Polizei abzudelegieren, da sie an einer wirklich anderen Lösung nicht interessiert sind. Dabei ist Militanz ein zentraler Punkt für die revolutionäre, autonome Politik. Militanz bedeuted, die Probleme zu benennen und aktiv anzugehen, vorhandenes Unrecht nicht zu dulden, sondern einzugreifen, anzugreifen mit den nötigen Mitteln.

Den antifaschistischen Widerstand organisieren und kämpfen!

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