Eichsfelder Heimattag

Neues Rechts-Rock-Event in Thüringen

Unser alter Bekannter Thorsten Heise will offenbar ein Stück vom Nazi-Festival-Kuchen ab haben, und stampft in Leinefelde (Eichsfeld) ein weiteres braunes Event aus dem Boden. Mit dem „Eichsfelder Heimattag“ sollen laut Heise vor allem junge Familien angesprochen werden. Tagsüber also Kinderunterhaltung und wenn die Kleinen dann langsam müde werden, legen „Die Lunikoff-Verschwörung“ (Band um Ex-“Landser“ Frontmann Michael Regener) und weitere braune Kapellen los.

Hier versucht Thorsten Heise einen weiteren Termin im doch recht vollen Thüringer Nazi-Festival-Kalender zu etablieren, der nicht nur die musik- und erlebnisorientierte Anhängerschaft ins Eichsfeld mobilisieren soll.

Sondern auch jungen unpolitischen bis rechts-offenen Menschen aus und um Leinefelde wird tagsüber ein recht harmloser „Berührungspunkt“ zur rechten Szene geboten. Und während sich der Nachwuchs amüsiert lauschen die Eltern den NPD-Rednern.

Frei nach dem Motto: Wenn sonst niemand Hüpfburgen aufbaut und nen Clown auftreibt der die Kinder schminkt, dann guckt man eben mal beim „Eichsfelder Heimattag“ vorbei… ist ja vielleicht alles gar nicht so schlimm?

Wir sind der Meinung das solche Veranstaltungen nicht ohne Protest ablaufen dürfen. Gerade den Menschen die solche Events besuchen und sich selbst nicht als Neonazi bezeichnen würden, muss gezeigt werden in welcher Gesellschaft sie sich da befinden.

Und für die gefestigten Nazis ist so ein Termin auch immer eine Gelegenheit sich mit den etwas weiter entfernt lebenden KameradInnen zu vernetzen. Das Gemeinschaftserlebnis zusammen mit einigen hundert Gleichgesinnten ist enorm wichtig für den Zusammenhalt der Szene.

Da kann es also nie schaden ihnen ein bisschen den Spaß zu verderben.

Weiteres zum „Eichsfelder Heimattag“ kommt in Kürze.

Folgend dazu ein Text von >>blick nach rechts<< der den „Eichsfelder Heimattag“ unter einem etwas anderen Aspekt betrachtet.

Konkurrenzveranstaltungen

Der „Eichsfelder Heimattag“ als neues Rechtsrock-Event in Thüringen? – Kritik gibt es wegen der Doppelbelegung von wichtigen Szene-Terminen.

Mit dem „Eichsfelder Heimattag“ will der mehrfach verurteilte Neonazi Thorsten Heise einen neuen Rechtsrock-Termin in Thüringen etablieren. Nach Vorwürfen aus der Kameradschafts-Szene, Heise betreibe eine Konkurrenzveranstaltung zu einem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund, versucht der heute 41-Jährige die Wogen zu glätten und bewirbt sein Event als „familienorientiert“.

Als im Frühjahr dieses Jahres mehrere Doppelbelegungen für wichtige Termine der extrem rechten Szene bekannt wurden, hagelte es deutliche Worte: „Idioten von der Thüringer NPD“, Mitgliederfang der Partei und „Musik-Säufer-Proll-Assis“ lauteten nur einige Vorwürfe. Der Grund: Zeitgleich zum „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) in Braunschweig findet im 100 Kilometer entfernten Nordhausen der zehnte „Thüringentag der nationalen Jugend“ statt, für den 6. August ist das rechtsextreme „Rock für Deutschland“ im thüringischen Gera angekündigt. Für denselben Tag mobilisiert die Neonazi-Szene bereits zum so genannten „Trauermarsch“ im niedersächsischen Bad Nenndorf.

Nur noch finanzieller Gewinn ohne Ideale“

Auch Heises für den 3. September geplanter „Eichsfelder Heimattag“ im thüringischen Leinefelde geriet in das Kreuzfeuer der Neonazis, denn der Termin überschneidet sich mit dem Neonazi-Aufmarsch zum „Antikriegstag“ in Dortmund. Besonders der angekündigte Auftritt des ehemaligen „Landser“-Sängers Michael Regener („Lunikoff“) ließ Neonazis befürchten, ein solches Event trage „ganz sicher dazu bei, dass viele Kameraden (nicht nur aus Mitteldeutschland) auf eine Fahrt nach Dortmund verzichten werden“. Immerhin hatte der Lunikoff-Auftritt auf dem rechtsextremen „Rock für Deutschland“ im Jahr 2009 etwa 5000 Neonazis nach Gera gezogen. „Diese Partei-Lumpen machen die Politik schon längst nicht mehr, weil sie an Ideale glauben, sondern nur noch weil sie an den finanzielle Gewinn ihrer Veranstaltungen glauben“, hieß es in den entsprechenden Neonazi-Foren.

Um nach solch harscher Kritik einem Glaubwürdigkeitsverlust in der extrem rechten Szene zuvor zu kommen, rudert Heise in seinem Aufruf an die „lieben Kameradinnen und Kameraden“ nun zurück. Auf seiner Homepage bewirbt er vorsichtshalber auch den „Tag der deutschen Zukunft“, den „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf und die Konkurrenzveranstaltung in Dortmund. Während der Aufmarsch in Dortmund für das jüngere Neonazi-Spektrum Pflicht sein solle, wolle er in Leinefelde besonders junge Familien ansprechen. Auf dem Programm stehen unter anderem Kinderbelustigung, Auftritte der braunen Liedermacher Sebastian Döring („Fylgien“) und Torsten Hering („Torstein“) sowie Reden der NPD-Politiker Eckart Bräuniger und Frank Schwerdt.

Ermäßigung für „Antikriegstags“-Teilnehmer

Erst am Abend soll in Leinefelde ein Konzert beginnen, angekündigt sind ist das norddeutsche Nazirock-Trio „Words of Anger“, die 1995 gegründete Band „Oidoxie“ aus Dortmund und „Die Lunikoff Verschwörung“ um Michael Regener. Nach Heises Rechnung schaffen es die Neonazis vom Dortmunder Aufmarsch noch vor dem Konzertbeginn nach Leinefelde, Teilnehmern mit einem Stempel des „Antikriegstages“ verspricht er eine Ermäßigung.

Sollte es Heise gelingen, seinen „Heimattag“ dauerhaft zu etablieren, dürfte der Rechts-Rock in Thüringen weiter expandieren. Im Jahr 2009 hatte die „Mobile Beratung in Thüringen“ (MOBIT) landesweit 27 Rechtsrockkonzerte gezählt, weitere fünf Konzerte wurden im Vorfeld verhindert. Damit fand 2009 in Thüringen an jedem zweiten Wochenende ein Konzert mit extrem rechtem Hintergrund statt. In der Leinefelder Stadtverwaltung hält man sich bei Nachfragen derweil bedeckt: „Solche Sachen müssen Sie schon mit dem Bürgermeister besprechen“, sagt der Ordnungsamtsleiter, Günther Fiedler, am Telefon und legt auf. Das Oberhaupt der Stadt aber befindet sich momentan auf Dienstreise, seine Vorzimmerkraft ist ahnungslos: „Davon habe ich noch gar nichts gehört“, sagt sie vorsichtig.

http://www.bnr.de/content/konkurrenzveranstaltungen

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